Eccezionale! Zum ersten Mal werden wir an der Grenze durchgewunken. Wir haben Bogatynia verlassen und fahren auf deutscher Seite über Görlitz nach Bad Muskau.
Die Straße liegt bis Görlitz quasi unmittelbar auf der Grenzeund verläuft über mehrere Kilometer nahezu parallel der Straße Bogatynia-Zgorzelec manchmal lediglich einige hundert Meter voneinander getrennt. Einige Male habe ich das Gefühl, daß ich auf derselben Straße fahre nur die Verkehrszeichen idenzifieren den Staat.
 

Wir passieren eine Kraftwerksruine, die wie ich nachmitags im Radio höre, erst gestern gesprengt wurde. Die sozialistische Architektur und die rußigen Fragmente der Kühlertürme erinnern frappierend an Tschernobyl. Hinterher ärgere ich mich, daß wir nicht angehalten haben, aber die Disketten für die Digicam sind irgendwo im überfüllten Kofferraum, wir haben einen Termin in Bad Muskau und die schnurgerade Straße will auch, daß wir weiterfahren.

 
In Bad Muskau besuchen wir das Jugendprojekt im Muskauer Park. Der Verein organisiert verschiedene Initiativen und Projekte, darunter auch grenzüberschreitende wie einen dtsch.-pol. Kinderbegegnungsstätte oder internationale Jugendbegegnungen. Der Sitz des Vereins ist die Turmvilla, ein ehemaliges Dienstbotengebäude des Fürsten Pückler. Die Villa wird von Grund auf saniert. Vieles wird in Eigenarbeit und mit Hilfe von Wandergesellen verwirklicht. Unterkünfte werden auch angeboten, und das nutzen wir jetzt zwei Nächte lang aus
   

Wir sind alle 3 ein wenig groggy, die letzten zwei Nächte haben wir nur ein paar Stunden geschlafen. Bartosz steckt noch die Zugfahrt von Wien in den Knochen und Bernardo sah heute morgen wie ein alter Mann aus. Ich habe gar nicht erst in den Spiegel geschaut.

 

 

burkhard