Bernardo wurde gerade verhaftet
Wir besuchten heute nachmittag die polnische Seite des Muskauer Parkes, der vom Fürsten Pückler eine höchst skurille Figur, angelegt wurde. Die polnische Seite des Parks ist, im Gegensatz zur deutschen Seite, ein wenig verwildert aber eben ohne Tafeln mit Benimmregeln.
 

Wir gingen an der Neiße entlang, in der eine Insel liegt, die, wie wir am Grenzbalken sahen, bereits deutsches Gebiet ist. Da ein Wehr, einige 100 Meter flußaufwärts, die Neiße etwas staut konnten wir die Insel über einige Sandbänke ganz gut erreichen. Theoretisch war das wohl eine illegale Einreise, praktisch umfließt der Hauptarm der Neiße die Insel auf westlicher Seite, dessen Überquerung sich schon schwieriger gestalten dürfte. Ganz so einfach ist es denn doch nicht.

 
Die Neiße ist hier bereits ein richtiger Fluß, in Zittau ist sie nicht mehr als ein paar Meter breiter Bach. Wir spekulieren während der ganzen Reise mit dem Versuch der illegalen Grenzüberquerung, sind uns aber nicht einig. Auf der einen Seite hat die Idee zweifelos ihren Reiz, aber so viele Leute geben alles, sei es aus Verfolgung oder wirtschaftlicher Not, diese Grenze zu überqueren, daß es mir arrogant vorkommt daraus einen Joke zu machen. Wenn man genauer hinschaut sieht der Fluß auch nicht mehr träge aus.Er hat Stromschnellen und Strudel und ich habe in Marokko und Südafrika schon böse Erfahrungen mit harmlos aussehenden Flüssen gehabt.
   

Zurück am Grenzübergang überquerte ich als erster die Grenze, dann Bartosz, Bernardo hing etwas hinter uns und tauchte einfach nicht mehr auf. Ich ging kurz in einen Supermarkt und als ich wiederkam erzählte Bartosz mir, daß gegen Bernardo ein Haftbefehl wegen irgendeinen nicht bezahlten Geldstrafe vorliegt. Wir versuchen die Sache zu klären. Bernardo stellt sich etwas bockig an, aber das hilft jetzt auch nicht mehr. Er muß warten bis die Papiere aus Berlin herübergefaxt werden und zahlen, ansonsten ist die Reise hier zu Ende.

 

 

burkhard